Erfindung · 1881
Telefonzelle (öffentlich)
Öffentliches Telefon mit Münzschlitz — bis 2020 noch Teil des Stadtbilds.
1881, Berlin. Die erste öffentliche Telefonzelle der Welt wurde aufgestellt — eine *Fernsprechkiosk* aus Holz mit der Aufschrift *Reichspost*. Acht Pfennig kostete ein Gespräch, das eine Stadtgrenze nicht überschreiten durfte. Dann kamen Jahrzehnte, in denen man ohne Münze nicht weit kam. Rote Telefonzellen in London, gelbe in Deutschland, türkisfarbene in Wien. Jeder hatte eine Lieblingszelle, eine Notfall-Münze in der Geldbörse, eine Telefonkarte irgendwo verstaut. Die Zelle war Treffpunkt, Notrufstation, Liebeskummerkabine, Wettbüro-Annex. Bis das Mobiltelefon kam. Die Deutsche Telekom baute zwischen 1992 und heute über 90 Prozent ihrer Telefonzellen ab. In Wien stehen nur noch wenige. Sie sind Denkmäler einer Zeit, in der man sich nicht jederzeit erreichen konnte — und in der genau das eine Form von Freiheit war.
Was wir wissen
| Jahr | 1881 |
|---|---|
| Erfinder | Heinrich von Stephan (DE, Berlin) |
| Land | DE |
| Cluster | Verschwunden |
| Sub-Cluster | kommunikation |
| Wirkung | 6/10 |
| Existiert noch | Nein |
| Abgelöst durch | Mobiltelefon |
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