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Prognose · Peak 1984 (1980-1990)

Waldsterben

UmweltÜbertrieben

Die Geschichte

Anfang der 1980er Jahre stand Westdeutschland kollektiv vor einem Verlust, der sich nicht mehr stoppen ließ: die Wälder würden in zehn, vielleicht zwanzig Jahren tot sein. Saurer Regen aus den Industrieabgasen löste die Nadeln von den Bäumen. Familien fuhren Sonntags in den Schwarzwald, um die noch lebenden Tannen zu sehen, 'solange es ging'. Was wirklich geschah: Die EU entschwefelte ihre Kraftwerke. Die Autos bekamen Katalysatoren. Die Industrie installierte Filteranlagen. Und der Wald blieb. Heute steht er in vielen Regionen üppiger als 1980. Es ist eine der ungeheuren Erfolgsgeschichten der Umweltpolitik — und sie wird so wenig erzählt, weil sie keine Pointe hat: man hat etwas befürchtet, dann gehandelt, und dann ist nichts passiert. Die schlechtest mögliche Story aus journalistischer Sicht. Die beste aus jeder anderen.

Der Begriff 'Waldsterben' wurde ohne Übersetzung in den englischen Sprachraum übernommen — als deutsches Apokalypse-Symbol.

Die Eckdaten

Was vorhergesagt wurde

Saurer Regen werde bis Ende der 90er fast alle deutschen Wälder zerstören. Spiegel-Titel: 'Der Wald stirbt'.

Was passiert ist

Flächenweises Baumsterben bis Ende der 1990er blieb aus. Strenge Luftreinhaltemaßnahmen (Entschwefelung, Katalysatoren) senkten SO2/NOx stark; Wälder erholten sich teils. Spätere Schäden resultieren eher aus Dürre/Hitze und Schädlingen im Klimawandel. Schwarzwald und Harz wurden zu Symbolen.

Treffer-Bilanz

Übertrieben

Peak war 1984. Aus heutiger Sicht: übertrieben.

Zeit-Anker

1984 — und wer damals zuhörte

„Waldsterben" war für diesen Jahrgang keine Schlagzeile aus dem Archiv, sondern Gesprächsstoff am Abendbrottisch.

Während die Zeitungen warnten, entstand im selben Jahr Apple Macintosh.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Was wurde rund um „Waldsterben" (1984) befürchtet?

Saurer Regen werde bis Ende der 90er fast alle deutschen Wälder zerstören. Spiegel-Titel: 'Der Wald stirbt'.

Ist „Waldsterben" eingetreten?

Die Sorge war rückblickend übertrieben. Flächenweises Baumsterben bis Ende der 1990er blieb aus. Strenge Luftreinhaltemaßnahmen (Entschwefelung, Katalysatoren) senkten SO2/NOx stark; Wälder erholten sich teils. Spätere Schäden resultieren eher aus Dürre/Hitze und Schädlingen im Klimawandel. Schwarzwald und Harz wurden zu Symbolen.

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