Generation · 1965–1980
Generation X
Deine Generation hat gelernt, sich auf eines verlassen zu können: sich selbst. Als Schlüsselkind groß geworden, mit dem Radio als Komplizen und einer gesunden Portion Skepsis im Gepäck, hältst du bis heute vieles am Laufen — ohne viel Wind darum zu machen. Man nennt euch die leise Generation. Zu Unrecht leise, findest du vermutlich. Zu Recht unabhängig.
Momente, die eine Generation teilt
- Der Mauerfall, live erlebt. Am 9. November 1989 warst du jung genug, um zu spüren: Hier verschiebt sich gerade die Welt — und alt genug, um es nie zu vergessen. Menschen auf der Mauer, Trabis im Scheinwerferlicht, Fremde, die sich in den Armen lagen.
- Mixtapes mit Fingerspitzengefühl. Stundenlang vor dem Radio ausharren, den Finger über der Aufnahmetaste, und dann: der Moderator, der ins Lied quatscht. Ein selbst aufgenommenes Mixtape war keine Kassette — es war ein Liebesbrief mit Titelliste.
- Der erste Computer im Kinderzimmer. Vielleicht ein C64, angeschlossen an den Fernseher, mit Spielen, die minutenlang von der Datasette luden. Während die Eltern „das Ding“ beäugten, hast du nebenbei die Zukunft bedienen gelernt.
- Schlüsselkind — und stolz darauf. Der Wohnungsschlüssel am Band um den Hals, nachmittags niemand zu Hause, der dir sagt, was zu tun ist. Was heute nach Vernachlässigung klingen mag, war für dich vor allem eins: Training in Selbstständigkeit.
- Freitagabend in der Videothek. Zwischen den Regalen schlendern, Hüllen umdrehen, diskutieren — und am Ende doch den Film nehmen, der schon dreimal ausgeliehen war. Das Warten und Auswählen war halb so schön wie der Film selbst. Mindestens.
- Der Walkman macht die Welt zur Bühne. Kopfhörer auf, Play gedrückt — und plötzlich hatte dein Schulweg einen Soundtrack. Zum ersten Mal gehörte Musik dir ganz allein, mitten im öffentlichen Raum.
- Das Telefon im Flur. Ein Apparat für alle, mit Wählscheibe und Schnur — und jedes Gespräch in Hörweite der ganzen Familie. Wer damals heimlich telefonieren wollte, musste die Schnur bis in die Besenkammer ziehen. Du weißt, wovon wir reden.
- Du kannst eine Kassette mit dem Bleistift zurückspulen — und hast es tatsächlich getan.
- „Kein Empfang“ macht dich nicht nervös. Du bist mit „nicht erreichbar“ aufgewachsen.
- Deine Handschrift kann noch ganze Briefe.
- Du prüfst Dinge lieber selbst, bevor du sie glaubst — Werbung sowieso.
- Irgendwo liegt noch ein Schuhkarton voller Kassetten, den du niemals wegwirfst.
- Wenn WLAN und Heizung gleichzeitig ausfallen, bleibst du der ruhigste Mensch im Haus.
- Dass man dich zwischen Boomern und Millennials gern übersieht, ist dir ehrlich gesagt ganz recht.
Lieder, die mitliefen
- „99 Luftballons“ — Nena
- „Billie Jean“ — Michael Jackson
Fürs Kino musstest du in den 1980ern rund 45 Schilling hinlegen — in Deutschland etwa 8 Mark. Dafür wurde vorher wochenlang das Taschengeld zusammengehalten.
War zynisch, bevor es cool war.
Was Generation X an den Millennials nie verstand — und was sie verbindet.
Warum um alles in der Welt stellt man sein Frühstück, seinen Urlaub und seine Gefühle ins Internet? Für eine Generation, die Privatsphäre als Grundausstattung betrachtet, blieb das lange ein Rätsel. Aber dann fiel den X-ern etwas auf: Die Millennials suchen online genau das, was man selbst am Lagerfeuer und im Jugendzimmer gesucht hat — Zugehörigkeit. Und außerdem sind beide die einzigen Generationen, die die Welt vor und nach dem Internet wirklich kennen. Das verbindet mehr, als beide zugeben würden.
Von der Stillen Generation bis heute
| Generation | Jahrgänge |
|---|---|
| Stille Generation | bis 1945 |
| Babyboomer | 1946–1964 |
| Generation X | 1965–1980 |
| Millennials (Gen Y) | 1981–1996 |
| Generation Z | 1997–2012 |
| Generation Alpha | 2013–2024 |
| Generation Beta | ab 2025 |
Dein Geburtsjahr im Detail
Jeder Jahrgang der Generation X hat seine eigene Geschichte — mit Musik, Preisen und Schlagzeilen des Jahres. Wähl dein Jahr:
Gut zu wissen
Welche Jahrgänge sind Generation X?
Generation X sind die Jahrgänge 1965 bis 1980. Generationsgrenzen sind eine gängige, nicht die einzige Einteilung.
Wofür steht das „X“?
Das X steht für das Unbestimmte — eine Generation, die sich nie gern in Schubladen stecken ließ. Bekannt gemacht hat den Begriff der Roman „Generation X“ von Douglas Coupland (1991).
Zwei Generationen vergleichen?
Wie weit liegen zwei Jahrgänge auseinander? Das Generationen-Tool stellt zwei Geburtsjahre nebeneinander.
Erzähl die Geschichte deiner Generation.
Welche Welt deiner Kindheit kennen deine Kinder nur noch aus Erzählungen? Ein persönlicher urera-Lebensbericht macht aus dem Jahrgang der Generation X eine warme, erzählte Zeitreise — mit Musik, Preisen, Schlagzeilen und dem Brief aus dem Geburtsjahr.