Methode · Lesezeit ca. 4 Min
Ein Bericht ist nur so viel wert wie das, was darin stimmt.
Unter jeder unserer Jahrgangs- und Anlass-Seiten steht eine Zeile mit Quellen. Diese Seite erklärt, was zwischen diesen Quellen und dem Satz auf der Seite passiert — und was wir ausdrücklich nicht behaupten.
Ein urera-Bericht entsteht in zwei Schichten: Die Fakten — Ereignisse, Preise, Personen, Lieder — liegen in einer eigenen Datenbank mit Quellenangaben. Aus diesen Fakten schreibt eine KI (Claude von Anthropic) den erzählenden Text; sie darf auswählen und formulieren, aber nichts erfinden. Bevor ein Bericht rausgeht, gleicht eine automatische Prüfung Zahlen, Daten und Alter mit der Faktenbasis ab. Wo unsere Daten nichts hergeben, schweigen wir, statt zu raten.
Zwei Schichten, streng getrennt
Ein urera-Bericht entsteht aus zwei Schichten, die nie miteinander vermischt werden. Das ist die wichtigste Entscheidung in diesem Produkt, und sie ist technisch erzwungen, nicht nur vorgenommen.
Die untere Schicht sind die Fakten. über 11.000 Einträge in unserer eigenen Datenbank: Erfindungen, Weltereignisse, Charts, Preise, Vornamen, regionale Eigenheiten. Jeder Eintrag trägt sein Jahr, sein Land und seine Quelle. Diese Schicht ist für die schreibende KI nur lesbar — sie kann daraus auswählen, aber nichts hinzufügen und nichts ändern.
Die obere Schicht ist die Erzählung. Hier entstehen die Sätze, die Übergänge, der Bogen. Die Sprache darf frei sein, der Ton richtet sich nach der Stufe, die du gewählt hast. Was sie nicht darf: einen Fakt erfinden, der unten nicht steht. Ein Jahr, das niemand erfasst hat, gibt es im Bericht nicht.
Diese Trennung ist der Grund, warum wir nicht einfach ein Sprachmodell nach 1974 fragen. Ein Modell antwortet auf jede Frage. Eine Datenbank antwortet nur, wenn sie etwas hat — und genau das wollen wir.
Was „geprüft“ bei uns heißt
„Geprüft“ ist ein Wort, das viel behauptet und selten erklärt wird. Bei uns bedeutet es drei Stufen — und jede hat eine Grenze, die wir hier mitnennen.
- 01
Erfassen
Ein Fakt kommt aus einer benannten Quelle — einem Statistikamt, einem Archiv, einer Chartliste, einem Nachschlagewerk. Er wird mit Jahr, Land und Quellenangabe abgelegt, nicht mit einer Formulierung. Was keine Quelle hat, wird nicht erfasst.
- 02
Gegenprüfen
Jeder Eintrag wird gegen mindestens eine zweite, unabhängige Quelle gehalten. Widersprechen sich die beiden — beim Datum, bei der Zahl, beim Namen —, wird der Eintrag markiert und erscheint nicht im Bericht, solange der Widerspruch steht.
- 03
Redaktionell gegenlesen
Vor dem Versand liest ein Mensch den fertigen Bericht an und gleicht die genannten Fakten gegen die Datenbank ab. Deshalb dauert die Lieferung 24 Stunden und nicht 24 Sekunden.
Und woran wir gerade arbeiten
Die Gegenprüfung in Stufe 02 läuft heute maschinell: mehrere Systeme holen dieselbe Angabe aus verschiedenen Quellen und vergleichen sie. Das fängt Tippfehler, Jahresdreher und Verwechslungen zuverlässig ab. Was es nicht ersetzt, ist ein Mensch, der eine zweite Quelle aufschlägt und nickt.
Wir bauen das gerade nach — Kategorie für Kategorie, beginnend bei den Zahlen, bei denen ein Fehler am meisten kostet: den Kaufkraft-Werten. Bis eine Kategorie durch ist, sagen wir das an der Stelle, an der der Wert steht, und nicht im Kleingedruckten.
Die Quellenzeile lesen
Am Fuss jeder Jahrgangs- und Anlass-Seite steht „Quellen dieser Seite“ und dahinter die Archive, Ämter und Nachschlagewerke, aus denen die Angaben auf genau dieser Seite stammen. Zwei Dinge daran sind erklärungsbedürftig.
Nicht jede Quelle ist verlinkt — und das ist Absicht. Ein Link steht nur dort, wo wir eine Adresse haben, für die wir geradestehen. Fehlt er, heißt das nicht „vergessen“, sondern: zu dieser Angabe gibt es keine dauerhaft erreichbare Netzadresse, etwa weil sie aus einem gedruckten Jahrbuch stammt. Ein Link, der ins Leere führt oder auf etwas anderes zeigt, wäre schlechter als kein Link — er würde eine Prüfung behaupten, die so nicht stattgefunden hat.
Und die Zeile fehlt ganz, wenn nichts zusammenkommt. Auf ein paar wenigen Jahrgängen ist unsere Datenlage so dünn, dass keine belegte Angabe übrig bleibt. Dann steht dort keine leere Quellenzeile. Ein Vertrauensversprechen, das ins Leere läuft, ist schlechter als keins.
Wo unsere Grenzen liegen
Eine Methode ohne benannte Grenzen ist ein Werbetext. Diese vier gelten immer.
Wir schweigen lieber, als zu raten.
Wenn unsere Daten zu einem Jahr, einer Region oder einem Thema nichts hergeben, entfällt der Abschnitt. Er wird nicht mit Allgemeinplätzen aufgefüllt. Ein Bericht, der über 1931 dasselbe erzählt wie über 1932, ist kein persönlicher Bericht.
Ein Datum ohne Tag bleibt ein Datum ohne Tag.
Für viele historische Ereignisse ist das Jahr belegt, der Tag nicht. Dein Alter zu diesem Ereignis ist dann nicht falsch, sondern nicht bestimmt — es ist entweder die eine oder die andere Zahl, je nachdem, ob es vor oder nach deinem Geburtstag lag. Wir schreiben in diesem Fall die Spanne oder das Jahr, keine scheingenaue Zahl.
Kaufkraft ist eine Umrechnung, keine Messung.
Was eine Mark von 1960 heute wert wäre, hängt davon ab, was man damit kauft. Wir rechnen mit den Preisindizes der statistischen Ämter und kennzeichnen solche Werte als Näherung. Wer sie als exakten Betrag liest, liest mehr hinein, als drinsteht.
Wir bewerten nicht.
Wir nennen, was war — die Wahl, das Gesetz, das Ereignis. Die Einordnung überlassen wir dir. Schwere Momente bekommen eine ruhige Stelle, keine Pointe.
Wenn doch ein Fehler drinsteht
Er wird vorkommen. Bei Zehntausenden von Angaben über hundert Jahrgänge und drei Länder ist die Frage nicht ob, sondern wie wir damit umgehen.
Wenn dir in deinem Bericht oder auf einer unserer Seiten etwas auffällt, das nicht stimmt, schreib uns mit einem Satz, worum es geht. Wir prüfen die Angabe gegen die Quellen — und wenn du recht hast, korrigieren wir sie in der Datenbank, nicht nur in deinem Bericht. Damit ist sie für alle weg, die nach dir kommen.
Wenn ein Fehler es bis in einen ausgelieferten Bericht geschafft hat, bekommst du eine korrigierte Fassung. Ohne Diskussion über die Frage, wer ihn hätte finden müssen.
Am besten liest du es selbst nach
Unsere Beispielberichte zeigen drei komplette Lebensläufe über drei Generationen — mit denselben Daten, denselben Quellen und derselben Methode, die oben beschrieben ist.
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Fragen zur Methode oder ein Hinweis auf einen Fehler: hello@urera.io