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Erfindung · 1983

Bildschirmtext (BTX / Datex-J)

Früher Online-Dienst der Bundespost — DE-Internet-Pionier vor dem WWW.

Verschwunden

Kurz gesagt

Bildschirmtext (BTX) war einer der ersten interaktiven Online-Dienste Europas. In Österreich wurde er im Juni 1982 eingeführt, in der Bundesrepublik Deutschland ab dem 1. September 1983 bundesweit. Der ursprüngliche Dienst wurde am 31. Dezember 2001 abgeschaltet, eine Online-Banking-Variante lief bis zum 10. Mai 2007.

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Woher es kommt

Eine Idee aus dem Jahr 1983

Bildschirmtext (BTX) der Deutschen Bundespost (ab 1983) war einer der ersten interaktiven Online-Dienste in Europa. Über Festnetz und TV-Bildschirm konnte man Banking, Versandkauf, Reisebuchung und Nachrichten abrufen. Vorläufer des Internet-Zeitalters, vom WWW abgelöst.

BTX startete am 1. September 1983 bundesweit. Pionier-Online-Dienst der Bundespost — Banken, Reisebüros, Versandhandel und Nachrichten über TV-Bildschirm. Prägung für frühe Online-Pioniere. Wurde 1995 als T-Online weitergeführt, BTX-Spezifika endeten 2007.

Die Geschichte dahinter

Wie Bildschirmtext (BTX / Datex-J) in die Welt kam

1983 bedeutete Kommunikation aus der Ferne meist Telefon, Brief oder Telex. Wer Kontoauszüge sehen oder eine Reise buchen wollte, musste zur Bank oder ins Reisebüro gehen — ein interaktiver Bildschirmdienst für zu Hause war für die meisten Menschen noch reine Zukunftsmusik.

BTX galt als sicher, bis der Chaos Computer Club 1984 das Gegenteil bewies: Mit einem ausgespähten Passwort der Hamburger Sparkasse loggten sich Mitglieder ein und ließen über Nacht knapp 135.000 DM auf das eigene Vereinskonto verbuchen. Das Geld wurde nach der Aufdeckung zurückgezahlt, die Sparkassen-Führung erkannte die Sicherheitslücke öffentlich an.

Nachdem Österreich BTX bereits im Juni 1982 eingeführt hatte, startete die Deutsche Bundespost den Dienst am 1. September 1983 bundesweit. Empfangen wurde er über ein Decoder-Gerät oder einen Fernseher mit BTX-Zusatz und das Modem DBT-03, angeschlossen an die normale Telefonleitung.

1993 ging BTX im neuen Dienst Datex-J auf, 1995 band die Telekom es unter der Marke T-Online an E-Mail und Internetzugang an. Das ursprüngliche BTX wurde am 31. Dezember 2001 abgeschaltet, eine abgespeckte Online-Banking-Variante lief noch bis zum 10. Mai 2007 weiter.

Aus der Redaktion

Österreich war schneller als Deutschland. Im Juni 1982 startete hier Bildschirmtext, ein Jahr bevor die Bundespost den Dienst am 1. September 1983 bundesweit freischaltete. Man brauchte einen Fernseher mit Decoder und ein Modem an der Telefonleitung — dann ließen sich Konto, Reise und Versandkatalog vom Sofa aus abrufen. Vorher hieß das: Weg zur Bank, Weg ins Reisebüro. 1984 zeigte der Chaos Computer Club, wie unsicher das war, und buchte über Nacht knapp 135.000 DM aufs eigene Vereinskonto — das Geld ging zurück. Wer damals zwanzig oder dreißig war, erinnert sich an die bunten Klötzchenbuchstaben auf dem Bildschirm, lange bevor jemand „Internet“ sagte. Abgeschaltet wurde BTX erst 2001.

urera-Redaktion · geprüft am 29.09.2026

Quellen: Bildschirmtext — Wikipedia (de) · BTX-Hack — Wikipedia (de)

Einordnung

Was 1983 sonst geschah

Deutsche Bundespost brachte sie in Deutschland auf den Weg.

Im Jahr von Bildschirmtext lag unter dem Weihnachtsbaum Playmobil (Klicky-Figuren) und Atari 2600 (VCS) — die Playmobil-Ritterburg über den ganzen Kinderzimmerboden.

Der Jahrgang von Bildschirmtext heißt in Generationen-Sprache Millennials (Gen Y) — er steht für Übergang analog→digital, Selbstverwirklichung, Burnout.

Bildschirmtext war 1983 nicht die einzige Neuheit: im selben Jahr kam auch Mobiltelefon und Modem — Erstes kommerzielles Handy.

Rund um Bildschirmtext sah Mode so aus: Vokuhila (vorne kurz, hinten lang) und Schulterpolster & Power-Silhouette.

Was 1983 sonst besprochen wurde: Die Grünen ziehen in den Bundestag ein und Karlsruhe stoppt die Volkszählung — Mit 5,6 Prozent schafft eine junge Partei erstmals den Sprung ins Parlament.

Zwischen damals und heute liegen 43 Jahre. 2033 wird Bildschirmtext genau 50 Jahre alt.

Heute übernimmt Internet / WWW, was Bildschirmtext begonnen hat.

Daten

Was wir wissen

Jahr1983
ErfinderDeutsche Bundespost
LandDeutschland
ClusterVerschwunden
Existiert nochNein
Abgelöst durchInternet / WWW

Quelle: wikipedia

Zeit-Anker

Der Jahrgang 1983

Wer mit Bildschirmtext aufgewachsen ist, gehört zu einer Generation mit Namen: Millennials (Gen Y).

Und wovor sich die Welt in jenen Jahren fürchtete: Atomkrieg / Kalter Krieg Apokalypse.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Wann wurde der Bildschirmtext erfunden?

Der Bildschirmtext wird auf den 1. September 1983 datiert (1983).

Wer hat den Bildschirmtext erfunden?

Der Bildschirmtext geht auf Deutsche Bundespost aus Deutschland zurück.

Gibt es den Bildschirmtext heute noch?

Im Alltag ist der Bildschirmtext weitgehend von Internet / WWW abgelöst worden — als Wegbereiter wirkt die Idee dort bis heute nach.

Welche Erfindungen prägten einen ganzen Jahrgang?

Welche Erfindung ist genauso alt wie du? urera erzählt ein Geburtsjahr als zusammenhängende Geschichte: was neu war, was gespielt wurde, was die Dinge kosteten.

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Quellen dieser Seite: Wikipedia · Wikipedia (Betamax); Wikipedia (Betamax).

Zusammengestellt und geprüft von der urera-Redaktion, Wien. Wo unsere Daten zu Bildschirmtext (BTX / Datex-J) nichts hergeben, schweigen wir, statt zu raten.