Erfindung · 1983
Modem (Einwahl-Internet)
Internet über die Telefonleitung — mit charakteristischem Pfeifen.
Modem (Einwahl-Internet), 1983: die Geschichte dahinter
Das 56k-Einwahl-Modem mit charakteristischem Pfeifen war im deutschsprachigen Raum das Tor zur Welt der späten 1990er. Anbieter wie T-Online, AOL und 1&1 dominierten. Das Geräusch beim Einwählen ist Sound einer ganzen Generation. DSL und Kabel-Internet verdrängten Modems ab 2000.
Das Pfeifen und Rauschen beim Einwählen — Sound einer ganzen Generation.
Wie Modem (Einwahl-Internet) in die Welt kam
Wer 1983 Daten zwischen Computern austauschen wollte, musste Disketten mit der Post verschicken oder eine teure Standleitung mieten. Einen normalen Telefonanschluss zur Datenübertragung zu nutzen, war Privatpersonen praktisch verwehrt — passende, zugelassene Geräte gab es kaum zu kaufen.
Bis Mitte der 1980er durften in Deutschland nur von der Bundespost plombierte Modems ans Telefonnetz — eigene Geräte zu öffnen war verboten. Erst am 1. Juli 1989 fiel das Endgeräte-Monopol, sodass günstigere Modems freier Hersteller auf den Markt kommen konnten.
Am 1. September 1983 startete in Deutschland der bundesweite Bildschirmtext-Dienst (Btx) — Nutzer wählten sich über ein plombiertes Post-Modem ins Netz ein, Text und einfache Grafik erschienen auf dem Fernseher. Der Chaos Computer Club machte kurz darauf mit dem legendären BTX-Hack auf Sicherheitslücken aufmerksam.
Btx wurde zum Jahresende 2001 endgültig abgeschaltet, eine Online-Banking-Restvariante lief noch bis 2007. Das analoge Einwahlmodem selbst verdrängten ab den 2000er-Jahren DSL- und Kabelanschlüsse mit deutlich höheren Geschwindigkeiten, und das charakteristische Pfeifen verschwand aus den Wohnzimmern.
Rundherum, im Jahr 1983
Im Jahr von Modem lag unter dem Weihnachtsbaum Atari 2600 (VCS) und Playmobil (Klicky-Figuren) — der klobige Joystick mit dem einen roten Knopf.
Und was der Alltag kostete: eine Kinokarte um 1980: rund 45 Schilling
Modem war 1983 nicht die einzige Neuheit: im selben Jahr kam auch Mobiltelefon und Bildschirmtext — Erstes kommerzielles Handy.
Rund um Modem sah Mode so aus: Punk-Look: Irokese, Nietengürtel und Popper-Look — Zuckerwasser im Haar, damit die Irokese hält.
Wer im Jahr von Modem geboren wurde, gehört zur Generation, die man Millennials (Gen Y) nennt: Übergang analog→digital, Selbstverwirklichung, Burnout.
Die Idee ist heute 43 Jahre alt. 2033 wird Modem genau 50 Jahre alt.
Modem ist aus dem Alltag verschwunden; an seine Stelle trat DSL/Glasfaser.
Was 1983 sonst besprochen wurde: Die erste Swatch kommt auf den Markt und Karlsruhe stoppt die Volkszählung — Zwölf bunte Kunststoffuhren für 39 bis 50 Franken werden in Zürich vorgestellt.
Was wir wissen
| Jahr | 1983 |
|---|---|
| Erfinder | Diverse |
| Land | USA |
| Cluster | Verschwunden |
| Existiert noch | Nein |
| Abgelöst durch | DSL/Glasfaser |
Zeit-Anker
Der Jahrgang 1983
Wer mit Modem aufgewachsen ist, gehört zu einer Generation mit Namen: Millennials (Gen Y).
Und wovor sich die Welt in jenen Jahren fürchtete: Atomkrieg / Kalter Krieg Apokalypse.
Gut zu wissen
Wann wurde das Modem erfunden?
Das Modem wird auf das Jahr 1983 datiert.
Wer hat das Modem erfunden?
Das Modem geht auf Diverse aus den USA zurück.
Gibt es das Modem heute noch?
Im Alltag ist das Modem weitgehend von DSL/Glasfaser abgelöst worden — als Wegbereiter wirkt die Idee dort bis heute nach.
Welche Erfindungen prägten einen ganzen Jahrgang?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Ein Bericht über ein einzelnes Jahr — die Ideen, die es hervorbrachte, und die Welt, in der sie entstanden.
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