Erfindung · 2004
Graphen
2004 isolieren zwei Physiker in Manchester das erste Material der Welt, das nur ein Atom dick ist.
Was 2004 begann
Graphen ist eine einzige Lage Kohlenstoffatome, angeordnet wie eine Bienenwabe. Es ist härter als Stahl, leitet Strom besser als Kupfer und ist fast durchsichtig. Lange galt es als theoretisch unmöglich, es herzustellen. Andre Geim und Konstantin Novoselov gelang es mit Klebeband — und bekamen 2010 den Nobelpreis für Physik.
Das Werkzeug für den Nobelpreis war handelsüblicher Tesafilm: Damit zogen die beiden immer dünnere Schichten von einem Stück Graphit ab — bis nur noch eine einzige Atomlage übrig war.
Wie Graphen in die Welt kam
Vor 2004 kannte die Materialwissenschaft Kohlenstoff nur als Graphit, Diamant oder in dünnen, aber immer noch vielschichtigen Filmen. Ein Material aus einer einzigen Atomlage zu isolieren, hielten viele Physiker für praktisch unmöglich — Theorien wie das Mermin-Wagner-Theorem sprachen gegen die Stabilität eines derart flachen Kristalls.
Etablierte Theorien besagten, zweidimensionale Kristalle müssten bei Zimmertemperatur durch thermische Schwankungen instabil zerfallen — Graphen dürfte demnach gar nicht eigenständig existieren. Andre Geim und Konstantin Novoselov widerlegten diese Einschätzung mit einem denkbar einfachen Werkzeug: gewöhnlichem Klebeband.
2004 zogen Geim und Novoselov an der University of Manchester mit Klebestreifen immer dünnere Schichten von einem Stück Graphit ab, bis nur noch eine einzige Lage Kohlenstoffatome übrig blieb — sauber isoliert und erstmals im Labor nachweisbar. Der Fachwelt verschaffte das einen regelrechten 'Graphen-Goldrausch'.
Aus der Laborkuriosität wurde eine Industrie: 2014 eröffnete in Manchester das National Graphene Institute mit rund 60 Millionen Pfund Startkapital, der weltweite Graphen-Markt wuchs von neun Millionen Dollar 2012 auf rund 380 Millionen Dollar 2022 — Grundlagenforschung, die zur eigenen Branche wurde.
Rundherum, im Jahr 2004
Während Graphen neu war, lagen in den Kinderzimmern Die Siedler von Catan und Game Boy Advance — endlich Farbe und ein Bildschirm ohne Ans-Licht-Halten, der SP-Klick.
Zur Einordnung, was Geld in jenen Jahren wert war: eine Kinokarte um 2000: rund 7 Euro
Wer 2004 Zeitung las, stiess auch auf Facebook und Gmail — Das soziale Netzwerk, das das Internet veränderte.
Die Idee ist heute 22 Jahre alt. 2029 wird Graphen genau 25 Jahre alt.
Was 2004 sonst besprochen wurde: Facebook geht online und EU-Osterweiterung — In einem Studentenwohnheim in Harvard startet 'The Facebook' - zunächst nur für Studierende einer einzigen Universität.
Wer im Jahr von Graphen geboren wurde, gehört zur Generation, die man Generation Z nennt: Digital-native, Achtsamkeit, Klima.
Wer 2004 das Radio anstellte, hörte ziemlich sicher „Dragostea Din Tei" von O-Zone.
Ihren Ausgang nahm sie in Großbritannien, bei Andre Geim, Konstantin Novoselov.
Was wir wissen
| Jahr | 2004 |
|---|---|
| Erfinder | Andre Geim, Konstantin Novoselov |
| Land | Großbritannien |
| Cluster | Wissenschaft |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
Wer war 2004 dabei?
Wer mit Graphen aufgewachsen ist, gehört zu einer Generation mit Namen: Generation Z.
Die große Sorge dieser Jahre: Asteroid einschlag 2029 (Apophis).
Gut zu wissen
Wann wurde das Graphen erfunden?
Das Graphen wird auf das Jahr 2004 datiert.
Wer hat das Graphen erfunden?
Das Graphen geht auf Andre Geim, Konstantin Novoselov aus Großbritannien zurück.
Welche Erfindungen prägten einen ganzen Jahrgang?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Jedes Geburtsjahr hat seine eigenen Erfindungen, seine eigenen Schlagzeilen und seinen eigenen Klang. urera trägt sie zusammen.
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