Erfindung · 1974
Zauberwürfel (Rubik's Cube)
Ein ungarischer Architekt und Design-Dozent baut 1974 das meistverkaufte Puzzle der Welt.
Kurz gesagt
Den Zauberwürfel erfand der ungarische Architekt und Design-Dozent Ernő Rubik 1974 als Anschauungsmodell für seine Studierenden. 1979 wurde er auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt, ab dem 2. Juni 1980 war er in der Bundesrepublik im Handel. Rund 500 Millionen Würfel sind seither verkauft worden.
Zauberwürfel (Rubik's Cube), 1974: die Geschichte dahinter
Ernő Rubik wollte seinen Studenten räumliches Denken erklären und bastelte dafür einen Würfel, dessen Teile sich drehen lassen, ohne auseinanderzufallen. Erst als er ihn selbst verdreht hatte, merkte er, dass er ein Rätsel erschaffen hatte. Rund 500 Millionen Würfel sind seither verkauft worden.
Rubik brauchte selbst rund einen Monat, um seinen eigenen Würfel zum ersten Mal zu lösen. Heute schaffen es Kinder unter fünf Sekunden.
Wie Zauberwürfel (Rubik's Cube) in die Welt kam
Rubik fehlte ein anschauliches Modell, um seinen Studierenden mit schwachen Geometriekenntnissen räumliches Denken begreifbar zu vermitteln. Sein erster Prototyp bestand aus 27 Holzblöcken, zunächst mit Gummibändern zusammengehalten, bevor er das bis heute genutzte Achsenkreuz-System entwickelte.
Rubik erhielt am 28. Oktober 1976 das ungarische Patent Nr. 170062, doch der Weg auf den Weltmarkt war holprig: 1979 vergab die Regierung die globalen Vertriebsrechte an die US-Firma Ideal Toy, was Konflikte mit dem britischen Erstpartner Pentangle auslöste, der fortan nur noch an Geschenkläden verkaufen durfte.
1979 wurde der Würfel auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt, ab dem 2. Juni 1980 war er in der Bundesrepublik im Handel. Bis 1981 verkaufte Ideal Toy weltweit rund 160 Millionen Stück — der Höhepunkt des Booms.
Anfang 1982 brach die Nachfrage nach dem Würfel abrupt ein, viele Händler blieben auf ihren Lagerbeständen sitzen. Aufleben ließ ihn erst die Speedcubing-Bewegung ab den 2000er-Jahren: Die World Cube Association richtet heute Weltmeisterschaften aus, aktuelle Rekorde liegen unter drei Sekunden.
Aus der Redaktion
Der Zauberwürfel war nie als Spielzeug gedacht. Ernő Rubik, ungarischer Architekt und Design-Dozent, suchte 1974 ein Modell, an dem seine Studierenden räumliches Denken begreifen konnten — sein erster Prototyp bestand aus 27 Holzblöcken und Gummibändern. Erst als er ihn verdreht hatte, merkte er, was er gebaut hatte: Er brauchte selbst rund einen Monat, um ihn wieder zu lösen. 1979 stand der Würfel auf der Spielwarenmesse in Nürnberg, ab Juni 1980 lag er in westdeutschen Läden, und bis 1981 wurden weltweit rund 160 Millionen verkauft. Wer damals ein Kind war, erinnert sich an die Pausenhöfe, auf denen plötzlich alle drehten — und an den Trick, die Aufkleber abzulösen. Heute lösen Kinder ihn in Sekunden. Die Faszination ist dieselbe geblieben.
Quellen: Zauberwürfel — Wikipedia (de) · Rubik's Cube — Wikipedia (en)
Woran man das Jahr 1974 sonst erkennt
Wer 1974 Zeitung las, stiess auch auf Strichcode an der Supermarktkasse und Playmobil — 1974 stellt die fränkische Firma geobra Brandstätter die ersten Playmobil-Figuren vor.
Wer Zauberwürfel zum ersten Mal sah, trug vermutlich Rollkragenpullover & Cord und Hippie-Look (Batik & Fransen) — der kratzige Rolli in Senfgelb, den die Mutter strickte.
Während Zauberwürfel neu war, lagen in den Kinderzimmern Lego Duplo und Playmobil (Klicky-Figuren) — die dicken Duplo-Steine, mit denen der erste wackelige Turm entstand.
Ernő Rubik brachte sie in Ungarn auf den Weg.
Die Kinder, die mit Zauberwürfel aufwuchsen, hießen oft Sandra und Markus.
Im selben Jahr beschäftigte die Welt noch etwas anderes: Deutschland wird Fußball-Weltmeister und Annemarie Moser-Pröll dominiert den Damen-Weltcup — Die BRD gewinnt im Münchner Olympiastadion das WM-Finale 2:1 gegen die Niederlande; Paul Breitner verwandelt einen Elfmeter, Gerd Müller erzielt den Siegtreffer.
Preise zum Vergleich: eine Kinokarte um 1970: rund 22 Schilling
Zwischen damals und heute liegen 52 Jahre.
Was wir wissen
| Jahr | 1974 |
|---|---|
| Erfinder | Ernő Rubik |
| Land | Ungarn |
| Cluster | Unterhaltung |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
Gleich alt wie diese Idee: der Jahrgang 1974
Für alle, die 1974 zur Welt kamen, war Zauberwürfel von Anfang an da. Ihr Jahrgang heißt heute Generation X.
Die große Sorge dieser Jahre: DDR-Stasi-Spionageangst (BRD).
Mehr aus Unterhaltung
Gut zu wissen
Wann wurde der Zauberwürfel erfunden?
Der Zauberwürfel wird auf das Jahr 1974 datiert.
Wer hat den Zauberwürfel erfunden?
Der Zauberwürfel geht auf Ernő Rubik aus Ungarn zurück.
Welche Erfindungen prägten einen ganzen Jahrgang?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Jede Erfindung hat ein Geburtsjahr, und jeder Mensch auch. urera erzählt, was darin geschah.
Eigenen Bericht erstellen