urera

Prognose · Peak 1926 (1926-1935)

Schund- und Schmutzgesetz — Groschenhefte verderben die Jugend

GesellschaftÜbertrieben

Die Geschichte

1926 war sich der Reichstag einig: Die größte Gefahr für die deutsche Jugend lauerte am Kiosk. Groschenhefte voller Detektive, Cowboys und Abenteurer würden junge Menschen sittlich verderben — also beschloss man am 3. Dezember 1926 ein eigenes Gesetz dagegen, mit Prüfstellen und Indizierungslisten. Das Gesetz galt bis 1935. Die verrufenen Hefte von damals stehen heute sauber katalogisiert in Sammlervitrinen und wirken ungefähr so gefährlich wie ein Kaffeekränzchen. Die Sorge selbst aber erwies sich als unverwüstlich: Sie zog einfach weiter — zu den Comics der 1950er, zum Fernsehen der 1970er, zu den Videospielen der 1990er und zum Smartphone von heute. Jede Generation bekommt ihr eigenes 'Schundgesetz'. Und jede Jugend wird trotzdem erwachsen — meist erstaunlich gut.

Die einst als jugendgefährdend indizierten Groschenhefte sind heute begehrte Sammlerstücke — bewahrt von genau der Generation, die sie angeblich verdorben hätten.

Die Eckdaten

Was vorhergesagt wurde

Der Reichstag beschloss am 3.12.1926 das 'Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften': Groschenhefte und Kino würden die Jugend sittlich verderben und verrohen lassen.

Was passiert ist

Das Gesetz galt bis 1935. Die indizierten Groschenhefte gelten heute als harmlose Pulp-Literatur und nostalgische Sammlerstücke; eine 'verdorbene Generation' blieb aus. Die Debatte kehrte später in neuem Gewand wieder — bei Comics, Fernsehen und Videospielen.

Treffer-Bilanz

Übertrieben

Peak war 1926. Aus heutiger Sicht: übertrieben.

Zeit-Anker

Wen diese Sorge 1926 erreichte

Für die Jahrgänge dieser Zeit gehörte „Schund- und Schmutzgesetz — Groschenhefte verderben die Jugend" zum Hintergrundrauschen des Aufwachsens.

Während die Zeitungen warnten, entstand im selben Jahr Aerosol-Spraydose.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Was wurde rund um „Schund- und Schmutzgesetz — Groschenhefte verderben die Jugend" (1926) befürchtet?

Der Reichstag beschloss am 3.12.1926 das 'Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften': Groschenhefte und Kino würden die Jugend sittlich verderben und verrohen lassen.

Ist „Schund- und Schmutzgesetz — Groschenhefte verderben die Jugend" eingetreten?

Die Sorge war rückblickend übertrieben. Das Gesetz galt bis 1935. Die indizierten Groschenhefte gelten heute als harmlose Pulp-Literatur und nostalgische Sammlerstücke; eine 'verdorbene Generation' blieb aus. Die Debatte kehrte später in neuem Gewand wieder — bei Comics, Fernsehen und Videospielen.

Jeden Monat verlosen wir einen vollen urera-Bericht — kostenlos mitmachen.Teilnehmen

Welche Weltuntergänge sind an einer ganzen Generation vorbeigegangen?

Vor welchem Weltuntergang hast du dich als Kind ein bisschen gefürchtet? Aus geprüften Daten wird ein Kapitel über die Zukunft, die man einem Jahrgang vorhergesagt hat.

Eigenen Bericht erstellen