Erfindung · 1971
Ceran-Kochfeld
Mainzer Innovation — Glaskeramik-Kochfeld wurde Standard moderner Küchen.
Ceran-Kochfeld — der Anfang
Die Schott AG in Mainz entwickelte 1971 das erste Ceran-Glaskeramik-Kochfeld. Erstmals wurde damit Kochen auf einer glatten, leicht reinigbaren Oberfläche möglich. Heute Standard in Küchen im deutschsprachigen Raum, Vorläufer der Induktionstechnologie. Mainzer Hochtechnologie-Stolz.
Schott in Mainz erfand das Ceran-Glaskeramik-Kochfeld 1971 — heute Inbegriff der modernen Küche. 'CERAN' ist eine eingetragene Marke der Schott AG, wird aber im Sprachgebrauch als Gattungsbegriff verwendet.
Wie Ceran-Kochfeld in die Welt kam
Vor dem Ceranfeld kochte man in deutschen Küchen meist auf Elektroherden mit Edelstahl- oder Gusseisen-Platten. Deren Rillen und Kanten sammelten Fettspritzer und ließen sich nur mühsam reinigen — eine glatte, durchgehende Kochfläche ohne Ritzen gab es schlicht noch nicht.
Der Start verlief nicht ganz reibungslos: Die ersten Ceran-Platten hatten noch Lufteinschlüsse im Glas, die die Qualität minderten. Erst 1974 verbesserte Schott die Glasqualität entscheidend — bis dahin mussten Techniker und Käufer mit den Kinderkrankheiten der neuen Technologie leben.
1971 zeigte die Schott AG auf der Domotechnica-Messe in Köln die ersten schwarzen Glaskeramik-Kochfelder unter der neuen Marke 'Schott Ceran'. Bereits 1973 lief die Serienproduktion an — Mainzer Hochtechnologie zog damit erstmals in deutsche Küchen ein.
Die verbliebenen Nachteile der Glaskeramik — vor allem die Trägheit beim Aufheizen — wurden erst mit der Induktionstechnologie gelöst, die auf demselben Ceranfeld aufbaut, aber Wärme direkt im Topfboden erzeugt. Weltweit wurden inzwischen mehr als 180 Millionen Original-CERAN-Kochfelder verkauft.
Rundherum, im Jahr 1971
Während Ceran-Kochfeld entstand, ging anderes durch die Nachrichten: Erstmals Frauen im eidgenössischen Parlament und Friedensnobelpreis für den Bundeskanzler — Bei den ersten Wahlen mit Frauenstimmrecht ziehen elf Frauen in den Nationalrat und eine in den Ständerat ein.
1971 war ein ergiebiges Jahr für neue Ideen: dazu kam E-Mail und Karaoke — Die erste E-Mail wurde 1971 verschickt.
Kinder, die Ceran-Kochfeld als Neuheit erlebten, spielten mit Barbie (& Puppen) und Lego Duplo — die Barbie mit dem selbstgeschnittenen Pony, den man bitter bereute.
Andrea und Christian — so hießen die Kinder, für die Ceran-Kochfeld von Anfang an dazugehörte.
55 Jahre ist das jetzt her.
Ceran-Kochfeld kam in eine Zeit, in der das Strassenbild so aussah: Schlaghose / Bell-Bottoms und Minirock (Mary-Quant-Look) — die Hose mit dem Schlag so breit, dass man damit den Gehsteig wischte.
Zur Einordnung, was Geld in jenen Jahren wert war: eine Kinokarte um 1970: rund 22 Schilling
Der Klang dieses Jahres: „Da Hofa" von Wolfgang Ambros.
Was wir wissen
| Jahr | 1971 |
|---|---|
| Erfinder | Schott AG (Mainz) |
| Land | Deutschland |
| Cluster | Haushalt |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
Wer 1971 zur Welt kam
Wer 1971 geboren wurde, wuchs mit Ceran-Kochfeld auf. Diese Jahrgänge nennt man heute die Generation X.
Woran man die Ängste der Zeit erkennt: Bevölkerungsexplosion (Bombe).
Gut zu wissen
Wann wurde das Ceran-Kochfeld erfunden?
Das Ceran-Kochfeld wird auf das Jahr 1971 datiert.
Wer hat das Ceran-Kochfeld erfunden?
Das Ceran-Kochfeld geht auf Schott AG (Mainz) aus Deutschland zurück.
Ceran-Kochfeld hat einen Jahrgang. Jeder Mensch auch.
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Ein Bericht über ein einzelnes Jahr — die Ideen, die es hervorbrachte, und die Welt, in der sie entstanden.
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