Erfindung · 1977
Cochlea-Implantat (mehrkanaliges)
Tiroler Innovation — gibt Gehörlosen das Hören zurück.
Was hinter Cochlea-Implantat (mehrkanaliges) steckt
Ingeborg und Erwin Hochmair entwickelten 1977 an der TU Wien das weltweit erste mehrkanalige Cochlea-Implantat. 1990 gründeten sie MED-EL in Innsbruck — heute einer der zwei globalen Marktführer für Cochlea-Implantate. Ein Tiroler Hochtechnologie-Highlight, das Hunderttausenden Menschen weltweit Sprachverständnis ermöglicht.
Das Ehepaar Hochmair gründete MED-EL 1990 in Innsbruck — heute Weltmarktführer für Cochlea-Implantate. Ihre Innovation gibt taub geborenen Kindern und ertaubten Erwachsenen das Hören zurück.
Wie Cochlea-Implantat (mehrkanaliges) in die Welt kam
Vor dem Cochlea-Implantat blieb Menschen mit vollständiger Innenohr-Taubheit nur das klassische Hörgerät — das aber nichts nützt, wenn die Haarzellen im Innenohr selbst zerstört sind. Für sie gab es schlicht keine Technik, die verlorenes Sprachverständnis zurückbringen konnte.
Bis heute lehnt ein Teil der Gehörlosengemeinschaft das Cochlea-Implantat ab: Der US-Linguist Harlan Lane bezeichnete Befürworter sogar als 'audistisch' und verstand Gehörlose nicht als Menschen mit einer Behinderung, sondern als eigene kulturelle Gruppe mit eigener Sprache.
Am 16. Dezember 1977 implantierte der Wiener HNO-Arzt Kurt Burian das erste mehrkanalige Cochlea-Implantat von Ingeborg und Erwin Hochmair — nach nur anderthalb Jahren Entwicklungszeit. Das Gerät reizte das Innenohr an acht verschiedenen Stellen und ermöglichte erstmals eine echte Tonhöhen-Unterscheidung.
1990 gründeten die Hochmairs mit MED-EL ihr eigenes Unternehmen in Innsbruck. Aus dem Einkanal-Vorläufer von 1977 wurde eine mehrkanalige Technologie mit digitaler Signalverarbeitung, die MED-EL bis heute zu einem der beiden globalen Marktführer für Cochlea-Implantate macht.
Woran man das Jahr 1977 sonst erkennt
Der Jahrgang von Cochlea-Implantat heißt in Generationen-Sprache Generation X — er steht für Mixtapes, gesunde Skepsis, Eigenständigkeit.
Zur Einordnung, was Geld in jenen Jahren wert war: eine Kinokarte um 1970: rund 22 Schilling
Die Nummer eins des Jahres hieß „Ma Baker" — Boney M.
Im Jahr von Cochlea-Implantat hing im Kleiderschrank, was heute im Kostümverleih hängt: Plateauschuhe und Disco-Glitzer & Prilblumen-Ästhetik — die Schuhe, auf denen man zehn Zentimeter größer und genauso wackelig war.
Die Idee ist heute 49 Jahre alt. 2027 wird Cochlea-Implantat genau 50 Jahre alt.
Ingeborg & Erwin Hochmair (MED-EL Innsbruck) brachte sie in Österreich auf den Weg.
Während Cochlea-Implantat entstand, ging anderes durch die Nachrichten: Star Wars startet in den Kinos und Niki Lauda zum zweiten Mal Weltmeister — Ein Weltraummärchen läuft in den US-Kinos an und verändert, wovon Kinder träumen.
Dasselbe Jahr brachte noch mehr hervor — Voyager-Sonden und Chipkarte — Die ersten menschengemachten Objekte im interstellaren Raum.
Was wir wissen
| Jahr | 1977 |
|---|---|
| Erfinder | Ingeborg & Erwin Hochmair (MED-EL Innsbruck) |
| Land | Österreich |
| Cluster | Medizin |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
Gleich alt wie diese Idee: der Jahrgang 1977
Wer 1977 geboren wurde, wuchs mit Cochlea-Implantat auf. Diese Jahrgänge nennt man heute die Generation X.
Was damals als Bedrohung galt: RAF-Hysterie / Deutscher Herbst 1977.
Gut zu wissen
Wann wurde das Cochlea-Implantat erfunden?
Das Cochlea-Implantat wird auf das Jahr 1977 datiert.
Wer hat das Cochlea-Implantat erfunden?
Das Cochlea-Implantat geht auf Ingeborg & Erwin Hochmair (MED-EL Innsbruck) aus Österreich zurück.
Welche Idee ist genauso alt wie du — oder wie jemand, den du beschenkst?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Ein Bericht über ein einzelnes Jahr — die Ideen, die es hervorbrachte, und die Welt, in der sie entstanden.
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