Erfindung · 1973
MRT (Magnetresonanztomographie)
Den Körper von innen sehen — ohne Strahlung.
MRT (Magnetresonanztomographie), 1973: die Geschichte dahinter
1973 publizierte Paul Lauterbur (US) die Bildgebung mittels Kernspinresonanz — das Grundprinzip der MRT. Peter Mansfield (GB) entwickelte die schnelle Bildaufnahme. Die physikalischen Grundlagen (Kernspinresonanz) gehen auf den Schweizer Felix Bloch zurück, der 1952 dafür den Nobelpreis bekam. MRT lässt den Körper in 3D sehen — ohne Strahlung.
Wie MRT (Magnetresonanztomographie) in die Welt kam
Bis in die 1970er blieben Ärzten für einen Blick ins Körperinnere im Wesentlichen Röntgenaufnahmen — mit Strahlenbelastung und wenig Kontrast für Weichteile wie Muskeln oder Organe — oder die offene Operation zur Diagnose. Ein strahlungsfreies Verfahren für Weichteile gab es schlicht nicht.
Der Streit um die Erfindung dauert bis heute an: Raymond Damadian veröffentlichte 1971 im Fachjournal 'Science' die Grundidee, NMR zur Tumorerkennung zu nutzen, und erstellte 1977 mit seiner Maschine 'Indomitable' die erste Ganzkörperaufnahme eines Menschen. Als das Nobelkomitee 2003 nur Lauterbur und Mansfield auszeichnete, protestierten Unterstützer mit ganzseitigen Anzeigen in der New York Times.
Am 16. März 1973 veröffentlichte der Chemiker Paul Lauterbur im Fachjournal 'Nature' das erste MRT-Bild: zwei mit Wasser gefüllte Glasröhrchen, rekonstruiert aus rotierenden Magnetfeld-Projektionen. Er nannte sein Verfahren 'Zeugmatographie' — nach dem griechischen Wort für 'das Verbindende'.
1973: das Umfeld der Erfindung
MRT war 1973 nicht die einzige Neuheit: im selben Jahr kam auch Ölkrise & autofreie Sonntage und Induktionskochfeld — Schnell, präzise, energieeffizient.
MRT und die Generation, die man Generation X nennt, haben denselben Jahrgang: Mixtapes, gesunde Skepsis, Eigenständigkeit.
Rund um MRT sah Mode so aus: Plateauschuhe und Schlaghose / Bell-Bottoms — die Schuhe, auf denen man zehn Zentimeter größer und genauso wackelig war.
Im Jahr von MRT lag unter dem Weihnachtsbaum Lego Duplo und Panini-Sammelbilder (Fußball WM/EM) — die dicken Duplo-Steine, mit denen der erste wackelige Turm entstand.
Auf den Geburtsurkunden aus dem Jahr von MRT standen Namen wie Petra und Christian.
Im selben Jahr beschäftigte die Welt noch etwas anderes: Die Sesamstraße kommt ins deutsche Fernsehen und Ölkrise und autofreie Sonntage — Zum ersten Mal läuft eine Kindersendung mehrmals wöchentlich und zweimal täglich.
Ihren Ausgang nahm sie in den USA und Großbritannien, bei Paul Lauterbur & Peter Mansfield (Grundlagen: Felix Bloch, CH).
Preise zum Vergleich: eine Kinokarte um 1970: rund 22 Schilling
Was wir wissen
| Jahr | 1973 |
|---|---|
| Erfinder | Paul Lauterbur & Peter Mansfield (Grundlagen: Felix Bloch, CH) |
| Land | USA und Großbritannien |
| Cluster | Medizin |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
1973 — und die, die damals anfingen
Für alle, die 1973 zur Welt kamen, war MRT von Anfang an da. Ihr Jahrgang heißt heute Generation X.
Und wovor sich die Welt in jenen Jahren fürchtete: Komet Kohoutek — der 'Jahrhundertflop'.
Gut zu wissen
Wann wurde MRT (Magnetresonanztomographie) erfunden?
MRT (Magnetresonanztomographie) wird auf das Jahr 1973 datiert.
Wer hat MRT (Magnetresonanztomographie) erfunden?
MRT (Magnetresonanztomographie) geht auf Paul Lauterbur & Peter Mansfield (Grundlagen: Felix Bloch, CH) aus den USA und Großbritannien zurück.
Welche Erfindungen prägten einen ganzen Jahrgang?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Was damals neu war, ist heute selbstverständlich. Ein urera-Bericht holt beides zusammen: das Damals und den Weg bis hierher.
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