Erfindung · 1977
PTCA / Ballondilatation (Koronarangioplastie)
Kardiologie-Revolution — verstopfte Herzkranzgefäße öffnen statt operieren.
Was 1977 begann
Andreas Grüntzig führte am 16. September 1977 am Universitätsspital Zürich die erste erfolgreiche Koronarangioplastie durch — ein Meilenstein der Kardiologie. Statt aufwendiger Bypass-Operation wird ein Ballonkatheter durch die verstopfte Herzkranzarterie geführt und aufgeblasen. Heute Standard-Verfahren in jedem größeren Krankenhaus.
Andreas Grüntzig (geboren in Dresden, tätig in Zürich) entwickelte den Ballonkatheter zunächst zuhause am Küchentisch — seine Frau half beim Zusammenbau. Heute wird die PTCA weltweit millionenfach durchgeführt.
Wie PTCA / Ballondilatation (Koronarangioplastie) in die Welt kam
Vor Grüntzigs Verfahren blieb Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen fast immer nur eine einzige Möglichkeit: die offene Bypass-Operation am geöffneten Brustkorb, mit Vollnarkose, langer Erholungszeit im Krankenhaus und den bekannten Risiken einer großen Operation direkt am Herzen.
Als Grüntzig seine ersten vier Fälle 1977 der American Heart Association vorstellte, erregte das sofort Aufmerksamkeit — und Skepsis: Viele Kardiologen trauten der minimalinvasiven Methode nicht zu, was bis dahin nur die jahrelang erprobte Bypass-Chirurgie leisten konnte.
Am 16. September 1977 dilatierte der Arzt Andreas Grüntzig am Universitätsspital Zürich erstmals ein rund 80 Prozent verengtes Herzkranzgefäß mit einem selbstgebauten Ballonkatheter — der Patient ersparte sich dadurch eine sonst übliche offene Bypass-Operation am Herzen.
Die Ballondilatation blieb die Basis der modernen Kardiologie: Ab den 1980er-Jahren kamen zusätzlich Stents hinzu, die das Gefäß dauerhaft offenhalten. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie vergibt bis heute den Andreas-Grüntzig-Preis für Fortschritte in der interventionellen Herzmedizin.
Die Welt, in der 1977 diese Idee entstand
Wer PTCA / Ballondilatation zum ersten Mal sah, trug vermutlich Disco-Glitzer & Prilblumen-Ästhetik und Schlaghose / Bell-Bottoms — die Prilblumen, die man auf jede Fliese und heimlich aufs Schulheft klebte.
Und was der Alltag kostete: eine Kinokarte um 1970: rund 22 Schilling
PTCA / Ballondilatation und die Generation, die man Generation X nennt, haben denselben Jahrgang: Mixtapes, gesunde Skepsis, Eigenständigkeit.
Was 1977 sonst besprochen wurde: Die Schweiz lehnt die Fristenlösung knapp ab und Der Deutsche Herbst — Mit 51,7 Prozent Nein scheitert die Fristenlösungsinitiative sehr knapp.
Wer 1977 Zeitung las, stiess auch auf Cochlea-Implantat und Chipkarte — Tiroler Innovation.
Die Kinder, die mit PTCA / Ballondilatation aufwuchsen, hießen oft Daniela und Markus.
Auf den Plattentellern und in den Charts lag 1977 „Ma Baker" von Boney M.
Während PTCA / Ballondilatation neu war, lagen in den Kinderzimmern Playmobil (Klicky-Figuren) und Bobby-Car (BIG) — die Playmobil-Ritterburg über den ganzen Kinderzimmerboden.
Was wir wissen
| Jahr | 1977 |
|---|---|
| Erfinder | Andreas Grüntzig (Unispital Zürich) |
| Land | Schweiz und Deutschland |
| Cluster | Medizin |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
1977 — und die, die damals anfingen
Wer mit PTCA / Ballondilatation aufgewachsen ist, gehört zu einer Generation mit Namen: Generation X.
Die große Sorge dieser Jahre: RAF-Hysterie / Deutscher Herbst 1977.
Gut zu wissen
Wann wurde die PTCA / Ballondilatation erfunden?
Die PTCA / Ballondilatation wird auf den 16. September 1977 datiert (1977).
Wer hat die PTCA / Ballondilatation erfunden?
Die PTCA / Ballondilatation geht auf Andreas Grüntzig (Unispital Zürich) aus der Schweiz und Deutschland zurück.
Was war noch neu, als PTCA / Ballondilatation (Koronarangioplastie) neu war?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Was damals neu war, ist heute selbstverständlich. Ein urera-Bericht holt beides zusammen: das Damals und den Weg bis hierher.
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