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Prognose · Peak 1968 (1961-1980)

Antibabypille — Moralische Panik & Gesundheitsangst

GesundheitTeilweise wahr

Die Geschichte

Mitte der 1960er kam die *Antibabypille* nach Deutschland und Österreich. Schering brachte 1961 *Anovlar* heraus, ab 1964 wurde die Pille in Westdeutschland breit verschrieben (in Österreich ab 1962, in der Schweiz ab 1961). Die katholische Kirche verurteilte sie kategorisch (Enzyklika *Humanae vitae* 1968), Ärzte warnten vor Thrombosen und Krebs, Eltern fürchteten den moralischen Verfall ihrer Töchter. Die Welt-Hysterie war handfest. Was passierte: Die Pille wurde das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel der Welt, die Geburtenrate sank in den Industrieländern dramatisch (Babyboom-Ende), Frauen begannen massiv ins Berufsleben einzutreten, das traditionelle Familienbild veränderte sich. Die Risiken waren real, aber überschaubar; tausende Studien dokumentieren bis heute Wirkung und Nebenwirkung. Die Antibabypille gehört zu den wenigen Medikamenten, deren historische Wirkung weit über die Medizin hinaus reicht — kaum eine Erfindung des 20. Jahrhunderts hat den Alltag mehr Menschen verändert.

Die erste europäische Pille 'Anovlar' wurde 1961 von der Berliner Schering AG entwickelt — Berlin wurde damit zum Zentrum der medizinischen UND der gesellschaftlichen Debatte.

Die Eckdaten

Was vorhergesagt wurde

Die Antibabypille (in DE seit 1961, AT seit 1962) werde die Moral der Jugend zerstören, zu Krebs und Unfruchtbarkeit führen, das Verhältnis der Geschlechter umstürzen und die Familie als gesellschaftliche Institution beenden.

Was passiert ist

Die Pille trug zur sexuellen Revolution bei und veränderte Geschlechterrollen tiefgreifend. Krebsrisiken (v.a. Thrombose, leicht erhöhtes Brustkrebs-Risiko) sind real aber moderat. Geburtenrate sank, Familie wandelte sich — kein Zusammenbruch. Heute nehmen weltweit über 100 Millionen Frauen die Pille.

Treffer-Bilanz

Teilweise wahr

Peak war 1968. Aus heutiger Sicht: teilweise wahr.

Zeit-Anker

1968 — und wer damals zuhörte

Für die Jahrgänge dieser Zeit gehörte „Antibabypille — Moralische Panik & Gesundheitsangst" zum Hintergrundrauschen des Aufwachsens.

Während die Zeitungen warnten, entstand im selben Jahr Computermaus.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Was wurde rund um „Antibabypille — Moralische Panik & Gesundheitsangst" (1968) befürchtet?

Die Antibabypille (in DE seit 1961, AT seit 1962) werde die Moral der Jugend zerstören, zu Krebs und Unfruchtbarkeit führen, das Verhältnis der Geschlechter umstürzen und die Familie als gesellschaftliche Institution beenden.

Ist „Antibabypille — Moralische Panik & Gesundheitsangst" eingetreten?

Teilweise — nicht so dramatisch wie befürchtet. Die Pille trug zur sexuellen Revolution bei und veränderte Geschlechterrollen tiefgreifend. Krebsrisiken (v.a. Thrombose, leicht erhöhtes Brustkrebs-Risiko) sind real aber moderat. Geburtenrate sank, Familie wandelte sich — kein Zusammenbruch. Heute nehmen weltweit über 100 Millionen Frauen die Pille.

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