Prognose · Peak 2008 (2008-2009)
CERN-LHC erzeugt Schwarze Löcher und verschlingt die Erde
September 2008, CERN, Genfer Vorort. Der *Large Hadron Collider* wurde eingeschaltet — der größte Teilchenbeschleuniger der Welt, ein 27 Kilometer langer Ringtunnel hundert Meter unter der Erde. Wenige Wochen vorher klagte ein deutscher Hobby-Wissenschaftler vor Gericht, um den Start zu verhindern: Der LHC könne *schwarze Löcher* erzeugen, die die Erde verschlingen würden. Talkshows luden Astrophysiker ein, die geduldig erklärten, dass kosmische Strahlung in jeder Sekunde gewaltigere Energien auf die Erdatmosphäre prasseln lässt als der LHC je hervorbringen könnte. Der Start verlief planmässig, die Welt blieb da. Vier Jahre später bewies der LHC die Existenz des Higgs-Bosons — Nobelpreis 2013 für Peter Higgs und François Englert. Schwarze Löcher in Genf gab es nicht. Eine Geschichte über Angst vor dem Unbekannten und Vertrauen in Physik, die man als Schulfach gelernt haben sollte.
Am Starttag 10.9.2008 sprangen weltweit Webcams auf CERN-Live-Feeds, um den 'Weltuntergang' zu beobachten. Auch 9 Tage Zwangspause wegen Heliumleck — nicht wegen Schwarzem Loch.
Der Large Hadron Collider werde bei seiner Inbetriebnahme 2008 mikroskopische Schwarze Löcher erzeugen, die die Erde von innen heraus aufzehren würden. Klagen wurden in den USA und vor dem EGMR eingereicht.
Der LHC ging am 10. September 2008 erfolgreich in Betrieb. Keine Schwarzen Löcher, kein Weltuntergang. Stattdessen Entdeckung des Higgs-Bosons (2012). Schweizer Medien begleiteten den Start mit Sachbeiträgen; CERN-Sicherheitsberichte entkräfteten alle Risiko-Szenarien.
Komplett falsch
Peak war 2008. Aus heutiger Sicht: komplett falsch.
Zeit-Anker
Die Kinder des Jahrgangs 2008
Wer damals Kind war, kennt „CERN-LHC erzeugt Schwarze Löcher und verschlingt die Erde" nicht aus dem Rückblick, sondern aus der Schule und den Nachrichten.
Während die Zeitungen warnten, entstand im selben Jahr Spotify.
Gut zu wissen
Was wurde rund um „CERN-LHC erzeugt Schwarze Löcher und verschlingt die Erde" (2008) befürchtet?
Der Large Hadron Collider werde bei seiner Inbetriebnahme 2008 mikroskopische Schwarze Löcher erzeugen, die die Erde von innen heraus aufzehren würden. Klagen wurden in den USA und vor dem EGMR eingereicht.
Ist „CERN-LHC erzeugt Schwarze Löcher und verschlingt die Erde" eingetreten?
Nein — die Befürchtung ist nicht eingetreten. Der LHC ging am 10. September 2008 erfolgreich in Betrieb. Keine Schwarzen Löcher, kein Weltuntergang. Stattdessen Entdeckung des Higgs-Bosons (2012). Schweizer Medien begleiteten den Start mit Sachbeiträgen; CERN-Sicherheitsberichte entkräfteten alle Risiko-Szenarien.
Was hat man damals kommen sehen — und was kam wirklich?
Vor welchem Weltuntergang hast du dich als Kind ein bisschen gefürchtet? Ein urera-Bericht zeigt die Prognosen, die eine Generation am Esstisch diskutiert hat — und sortiert ein, was davon eingetreten ist.
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