Erfindung · 1980
Laparoskopische Chirurgie (minimalinvasiv)
Minimalinvasive Chirurgie — operieren durch kleine Löcher statt großer Schnitte.
Eine Idee aus dem Jahr 1980
Kurt Semm aus Kiel führte 1980 die erste laparoskopische Appendektomie durch — Startpunkt der minimalinvasiven Chirurgie. Statt 10-15 cm Schnitt nur drei kleine Stiche, schnellere Heilung, weniger Narben. Heute Standard für viele Eingriffe (Gallenblase, Blinddarm, Leistenbruch, gynäkologische OPs).
Kurt Semm (Gynäkologe in Kiel) führte 1980 die erste laparoskopische Appendektomie (Blinddarm-OP) durch — und wurde dafür zunächst von Kollegen scharf angegriffen, fast aus der medizinischen Vereinigung ausgeschlossen. Heute Goldstandard.
Wie Laparoskopische Chirurgie (minimalinvasiv) in die Welt kam
Vor Semm bedeutete jede Bauchoperation eine Laparotomie: die Bauchdecke wurde über zehn Zentimeter oder mehr geöffnet, mit langer Heilung, starken Schmerzen und sichtbaren Narben. Einen ernsthaften Eingriff durch drei kleine Löcher zu wagen, hielt die etablierte Chirurgie schlicht für undenkbar.
Nach seiner ersten laparoskopischen Blinddarmoperation 1980 musste sich Semm auf Drängen von Kollegen einem Gehirnscan unterziehen — nur ein Hirnschaden, hieß es, könne so etwas rechtfertigen. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie forderte sogar den Entzug seiner Approbation, eine Fachzeitschrift lehnte seine Publikation als 'unethisch' ab.
Am 13. September 1980 entfernte Kurt Semm an der Universität Kiel einem Patienten den Blinddarm durch drei kleine Schnitte statt eines großen Bauchschnitts — die erste laparoskopische Appendektomie der Geschichte und der Startpunkt der minimalinvasiven Chirurgie.
Die Technik wuchs über sich hinaus: 2001 entfernte ein Chirurg von New York aus per Fernsteuerung die Gallenblase einer Patientin in Straßburg, und heute übernehmen OP-Roboter viele laparoskopische Eingriffe — Semms Idee der kleinen Schnitte reicht bis in die Fernchirurgie.
Die Welt, in der 1980 diese Idee entstand
Wer im Jahr von Laparoskopische Chirurgie geboren wurde, gehört zur Generation, die man Generation X nennt: Mixtapes, gesunde Skepsis, Eigenständigkeit.
Rund um Laparoskopische Chirurgie sah Mode so aus: Punk-Look: Irokese, Nietengürtel und Dauerwelle (auch bei Männern) — Zuckerwasser im Haar, damit die Irokese hält.
Was 1980 sonst besprochen wurde: Annemarie Moser-Pröll krönt ihre Karriere mit Olympia-Gold und Anschlag auf dem Münchner Oktoberfest — In Lake Placid holt Moser-Pröll Gold in der Abfahrt.
Wer 1980 das Radio anstellte, hörte ziemlich sicher „Another Brick in the Wall (Pt. II)" von Pink Floyd.
Ihren Ausgang nahm sie in Deutschland, bei Kurt Semm (Kiel).
Laparoskopische Chirurgie war 1980 nicht die einzige Neuheit: im selben Jahr kam auch Pac-Man und Post-it — 1980 kommt der kleine gelbe Zettel in die Läden, der überall klebt und nichts kaputt macht.
Die Idee ist heute 46 Jahre alt. 2030 wird Laparoskopische Chirurgie genau 50 Jahre alt.
Auf den Geburtsurkunden aus dem Jahr von Laparoskopische Chirurgie standen Namen wie Sandra und Daniel.
Was wir wissen
| Jahr | 1980 |
|---|---|
| Erfinder | Kurt Semm (Kiel) |
| Land | Deutschland |
| Cluster | Medizin |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
Wer war 1980 dabei?
Wer mit Laparoskopische Chirurgie aufgewachsen ist, gehört zu einer Generation mit Namen: Generation X.
Und wovor sich die Welt in jenen Jahren fürchtete: Fernseh-Sucht macht Kinder dumm (70er/80er).
Gut zu wissen
Wann wurde die laparoskopische Chirurgie erfunden?
Die laparoskopische Chirurgie wird auf das Jahr 1980 datiert.
Wer hat die laparoskopische Chirurgie erfunden?
Die laparoskopische Chirurgie geht auf Kurt Semm (Kiel) aus Deutschland zurück.
Welche Erfindungen prägten einen ganzen Jahrgang?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Was damals neu war, ist heute selbstverständlich. Ein urera-Bericht holt beides zusammen: das Damals und den Weg bis hierher.
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