Erfindung · 1964
Nutella
Italienische Nuss-Nougat-Creme — Frühstücks-Ikone im deutschsprachigen Raum.
Nutella, 1964: die Geschichte dahinter
Begonnen hat alles mit einem Engpass: Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schokolade in Italien teuer und knapp. Pietro Ferrero, ein Konditor aus dem Piemont, streckte sie mit Haselnüssen — die wuchsen dort reichlich. Das Ergebnis hieß zunächst *Giandujot*, war fest, in Riegelform, und musste mit dem Messer abgeschnitten werden. 1951 wurde daraus eine streichfähige Creme namens *SuperCrema*. Pietros Sohn Michele perfektionierte das Rezept und gab ihm 1964 einen neuen Namen: Nutella. Heute werden jährlich rund 365.000 Tonnen produziert, das sind 1.000 Tonnen pro Tag. In Italien gibt es Menschen, die Nutella als zweite Muttermilch bezeichnen — was vermutlich übertrieben ist, aber den Kern trifft.
Die Welt, in der 1964 diese Idee entstand
Im selben Jahr beschäftigte die Welt noch etwas anderes: Der Donauturm und die Wiener Gartenschau und Der millionste Gastarbeiter bekommt ein Moped — Zur Eröffnung der Gartenschau WIG 64 wird der 252 Meter hohe Donauturm freigegeben - bis heute das höchste Bauwerk Österreichs.
Die Idee ist heute 62 Jahre alt. 2039 wird Nutella genau 75 Jahre alt.
Zur Einordnung, was Geld in jenen Jahren wert war: eine Kinokarte um 1960: rund 10 Schilling
Rund um Nutella sah Mode so aus: Beatles-Pilzkopf und Beehive (toupierte Turmfrisur) — der Haarschnitt, wegen dem der Vater mit der Schere drohte.
Nutella war 1964 nicht die einzige Neuheit: im selben Jahr kam auch Shinkansen und BASIC — Die Sprache, mit der Millionen Menschen ihr erstes Programm geschrieben haben.
Die Idee kam aus Italien — Ferrero steht als Urheber in den Quellen.
Die Kinder, die mit Nutella aufwuchsen, hießen oft Monika und Wolfgang.
Im Jahr von Nutella lag unter dem Weihnachtsbaum Malefiz und Barbie (& Puppen) — die letzte Barrikade genau vorm Gegner platziert.
Butter aufs Semmerl — was Nutella in Wien ablöste
Bevor es Nuss-Nougat-Creme im Glas gab, war das Wiener Frühstück schlicht: Semmel und Butter. 1958, sechs Jahre vor dem Namen Nutella, erhob das Marktamt der Stadt Wien die Preise dafür jeden Monat. Ein Kilo Semmeln kostete 9,78 Schilling, ein Kilo Teebutter 35,20 Schilling. Wer ein Viertelkilo Butter kaufte, zahlte 8,80 Schilling — so viel wie für neun Zehntel Kilo Semmeln.
Butter war also der teure Teil des Frühstücks, nicht das Gebäck. Genau in diese Lücke passte ein süßer Aufstrich aus Haselnüssen, der ohne teure Schokolade auskam — die Idee, mit der Pietro Ferrero schon 1946 in Alba angefangen hatte.
Was wir wissen
| Jahr | 1964 |
|---|---|
| Erfinder | Ferrero |
| Land | Italien |
| Cluster | Lebensmittel |
| Existiert noch | Ja |
Zeit-Anker
Gleich alt wie diese Idee: der Jahrgang 1964
Für alle, die 1964 zur Welt kamen, war Nutella von Anfang an da. Ihr Jahrgang heißt heute Babyboomer.
Und wovor sich die Welt in jenen Jahren fürchtete: Wankelmotor — die deutsche 'Wunderwaffe' der Mobilität.
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Gut zu wissen
Wann wurde Nutella erfunden?
Nutella wird auf den 20. April 1964 datiert (1964).
Wer hat Nutella erfunden?
Nutella geht auf Ferrero aus Italien zurück.
Wer wurde im selben Jahr geboren wie Nutella?
Welche Erfindung ist genauso alt wie du? Aus geprüften Daten wird ein Bericht über das Jahr, in dem ein Leben anfing — mit den Neuheiten, die damals alle überraschten.
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